Half and Half

Im Juli haben die Hechte das Flachwasser verlassen. Sie kommen aber wegen der Brütlinge gern zurück.  Das Geheimnis der „Half and Half“ entdeckt man von unten. Sie schwimmt gezupft auf und ab, derweil die hinteren Hecheln sozusagen in die Hände klatschen. Wie ein Unterwasser-Hampelmann. Es wird die jüngeren Fischer unter uns wohl nicht interessieren, aber es war mal vor 40 Jahren oder so eine große Sache, als diskutiert wurde, dass Lefty Kreh den „Lefty‘s Deceiver“ als Bindemuster bei einem Redfish-Guide geklaut haben soll. Einige Cognoscenti der Szene gingen damit hausieren, aber die Debatten von damals haben den Sprung ins Internet … Half and Half weiterlesen

Spent Seducer

Im Juni stehen die Hechte gern noch im Flachwasser. Man braucht ein Fliege, die unauffällig landet und auffällig fischt. Den Schwanz bilden 4 bis 8 Hechelfedern, die „splayed“, also jeweils mit den Spitzen nach außen eingebunden werden. Die natürliche Biegung federt im Wasser auf Zug und öffnet sich dann wieder. Der „Seducer“ ist eine Tarponfliege im besten Rentenalter und wurde von Homer Rhodes erfunden, um damals wie heute das zu tun, was sie am besten kann. Schweben. Denken Sie an die Szene in „Traumschiff Surprise“, dann geht das nie wieder aus dem Sinn. Bisher ist kein Streamer erfunden worden, der … Spent Seducer weiterlesen

Hey, Bunny!

Im Mai geht schon was. Die Hechte tummeln sich noch am Ufer und sind heiß auf Hasen. Eine Bunnyloop auf einem 2er Kamasan B 980. Das ist eben der Haken, der auch für die „Vit Gäddsara“ empfohlen ist. Ich fische mehr und mehr mit den kleinen Haken. Eine Freundin von mir war Lehrerin an einer Hauptschule, jedenfalls bevor man diese Schulform in Oberschule umbenannte. Jetzt ist sie Oberschullehrerin. Die teils rustikale Schülerschaft hat sich nicht verändert, und so ist es dort üblich, dass man Lehrerinnen unter 40 Bunny nennt, über 40 aber Lady. Etwas rauh im Ton, aber auch charmant. … Hey, Bunny! weiterlesen

Der Homo balticus

Ein aktueller Forschungsbericht der konspirativen Humanethologie aus den grauen Weiten der Ostsee. Der Homo balticus, dem ich nun schon seit vierzig Jahren auf der Spur bin, ist vermutlich eine höchst merkwürdige Unterart des Homo sapiens. In weiteren zwanzig Jahren hoffe ich ein weltweit anerkannter Experte für dieses Wesen zu sein, und bin zuversichtlich einen Status zu erlangen, der nur mit Reinhold Messner und seinem Yeti zu vergleichen sein wird. Ganz im Gegensatz zum Yeti ist der Homo balticus recht häufig, jedoch ist noch völlig unklar wie er sich vermehrt, ernährt, und wo er in den Monaten von November bis Februar seinen … Der Homo balticus weiterlesen

Surffilauta

Die finnische Antwort auf Robby Naish. Die finnische Lachsfliege „Surffilauta“, das Surfbrett, könnte eigentlich auch „Helikopteri“ heißen, denn natürlich dreht das Ding am Vorfach wie eine angetrunkene Leier. Eines meiner Vorurteile war darum, dass die „Surffilauta“ aus der Harling-Szene kommt, also von den Fliegenschleppern, die ohnehin nicht werfen. Dieser erste Eindruck war entstanden, weil ich gleich mit dem ersten Muster frisch aus dem Bindestock auf den Rasen gegangen bin und damit geworfen habe. Bindet man sich etwas mehr ein und bekommt ein Gefühl für den Surfbrettrücken dieser Silberfliege, und findet auch genau die richtige Menge Epoxy oder UV-Glue für Auge und … Surffilauta weiterlesen

Le Broc

Ein alter Ami mit französischem Hauch für den Aprilbinder. Einen Haken 3/0 mit einem so weit wie möglich nach hinten reichenden Fundament bebinden und ein langes Bündel Bucktail einbinden. Das Bucktail vorher nicht stacken, aber unten gerade ablängen. 10 Fäden Flashabou auflegen. Auf 3 bis 4 mm fest überwinden und mit Zap-a-Gap sichern. Unbestritten gibt es bei den Franzosen so einige Dinge, die man sich zum eigenen Vorteil abschauen könnte. Ohne da jetzt zu sehr in die Einzelheiten gehen zu wollen, erwähne ich nur mal die französischen Sommerferien, in denen gefühlt halb Frankreich aufs Land oder an die Küste fährt. … Le Broc weiterlesen