Editorial

Die Bindewelt passt in eine kleine Ecke.

Mit dem „FliegenBinder“ ist an dieser Stelle Ingo Karwaths Online-Magazin entstanden, das Sie seit September 2018 kostenfrei mit Anregungen versorgt. Im Archiv können Sie die Monate einsehen und aktuelle Artikel aufrufen.

Liebe Fliegenbinder und Fliegenbinderinnen!

Eigentlich ging es uns letztes Jahr Ostern nur deshalb besser, weil wir da noch nicht wussten, was auf uns zukommt. Aber in dem einen Jahr haben wir so viele Kenntnisse und Sorgen aufgenommen, im schlimmsten Fall sogar Krankheit und Trauer erlebt, dass wir nun in einer eigentlich besseren Situation das Licht nicht so richtig sehen können. Niemand konnte wirklich sicher damit rechnen, dass wir mehrere funktionierende Impfstoffe haben, und das oberste Ziel muss nun sein, vor der Impfung nicht zu erkranken. Es ist schwer durch diese letzten Tage und Wochen zu steuern und es erinnert an die Sorge, in den letzten Kriegstagen nicht doch noch erschossen zu werden. So wie man damals den Frieden ja auch erst einmal überleben musste, werden auch wir gefordert sein, die Zeit danach zu gestalten. Natürlich war es 45 viel, viel schlimmer. Nach dem Winter ist es nur eine blasse Erinnerung, wie normal ein Tag am Wasser sein kann, wie weit weg man da von allem ist, und wie schön es ist Fliegenfischer zu sein. Am Bindetisch will die Freude noch nicht so richtig explodieren wie ein Feld Tulpen oder Narzissen. Wir haben alle einen leichten Hüttenkoller, in Amerika „cabin feaver“ genannt, und die einfache Therapie ist ‚geh raus und interagiere mit der Natur‘. Das können wir im nahen Umfeld leicht machen, und vermutlich noch in diesem Quartal werden wir in Deutschland wieder reisen können, und der Bayer kann zu den Meerforellen, der Nordfriese zu den Bergbächen. Das wird uns Flügel wachsen lassen und absehbar kommen Bonefisch, Steelhead und Lachs auch wieder in den Fokus. Mit einem Blick zurück hoffe ich der „FliegenBinder“ hat Ihnen manchmal Freude gemacht und durch die Zeit geholfen. Mit einem Blick nach vorn kann ich nur sagen, ich will raus ans Wasser, auch ans ferne, will meinen Stadtkaffee trinken und mein Biergartenbier. Ja, gut, ich kann noch warten. Meine eigene kleine Welt ist so weit okay. Ich habe die erste Impfung Astra gut vertragen, sehe meinem 65ten entgegen, bekomme bis Mai beide Augen operiert und hoffe danach eine 20er „La Loue“ auf 20 Meter ohne Brille sehen zu können. Binden werde ich sie ohne Optik nicht können. Aber irgendwas ist ja immer.

Herzlichst, mit Hoffnung und besten Osterwünschen

Ihr

Ingo Karwath, am 3. April 2021

Der „FliegenBinder“ enthält keine bezahlte, aber vielleicht mal unbar belohnte Werbung. Ein Bericht, bei dem das der Fall ist, wird den Umstand deutlich lesbar benennen. Wegen SEO laufen in Zukunft alle Beiträge mit dem Verfassernamen, und das bin ja (noch) immer ich.