Psychodrill

Es gab mal eine Zeit, da war ich deutlich fitter als jetzt. So zwischen 20 und 30 wog ich bei 189 cm Länge nur 76 Kilo und rannte täglich ein paar Kilometer um den Göttinger Kiessee. Mit etwa 40 hatte ich eine zweite Sportphase, und lief in der Woche mehrmals eine Stunde und am Wochenende auch mal zwei Stunden, gern in der Früh um sechs. Mit 50 kam dann eine Schwimmphase, um fürs Tauchen fit zu sein, aber auch das legte sich wieder. Das hat auch alles wunderbar Spaß gemacht, aber zurückblickend kann ich sagen, dass diese ganzen Sprüche von … Psychodrill weiterlesen

Lachse an der Wand

Begegnungen mit dem dänischen Maler und Fliegenfischer Svend Saabye. Meine erste Begegnung mit Svend Saabye hatte ich im Blinker Heft 2 1972. Der Blinker war gerade in den Besitz des 1971 frisch gegründeten Jahr Verlags übergegangen und war noch nicht in der leserorientierten Phase, in welcher der unvergessene Karl Koch ihn stark prägen würde. Man kannte ‚den Leser’ ja noch nicht und die „Fisch & Fang“ lauerte als gefährlicher Hecht im Hintergrund. Zu diesem frühen Zeitpunkt waren noch ein paar andere Meinungsbildner am Start, nämlich Helmut Schulz, Detlev Balkenhohl und Karl-Heinz Kloth, und ein Artikel über gespließte Lachsruten und esoterisch … Lachse an der Wand weiterlesen

Wo der Weihnachtsmann die Ruten baut

Man sagt ja, er wohne am Korvatunturi. Aber in Wahrheit ist seine Werkstatt auf Bainbridge Island. Eine Fenwick FF 755 war meine erste Fliegenrute, und sie ist bis heute ein gehüteter Schatz in meiner nicht mehr vorhandenen Rutensammlung. Waren mal so um die sechzig Ruten, vor dreißig Jahren, und heute zehn. Aktiv. Plus ein paar Oldies. Mit der Rute erwarb man Anfang der 70er Jahre das Recht, die „Fenwick Lunker Gazette“ zu bestellen, und ein Artikel in der Gazette brachte mich dazu Libellennymphen zu binden und meinen ersten eigenen Bericht zu schreiben. Die Grizzly Blanks von Don Green beförderten einst … Wo der Weihnachtsmann die Ruten baut weiterlesen

Rügen

Kleiner Bericht über drei Tage auf Bodden-Kiddis. Muddis blieben leider aus. Erster Tag Die Anreise war eine Agonie. Bei Lübeck verunglückte ein Tanklaster mit Ameisensäure und die A1 war komplett dicht. Die Umleitungen auch. Anscheinend folgen LKW’s den Anweisungen von PKW Navis und bleiben dann auf Dorfstraßen stecken, in denen sie weder vor noch zurück kommen. Ich brauche für die ersten 250 Kilometer fast fünf Stunden und treffe um 14 Uhr bei Andronaco ein. Italienischer Supermarkt. Das Bistro ist der Hit. Esse eine Pizza mit unserer Tochter Wiebke, die in Lübeck studiert hat und dort wohnt. Um 15 Uhr geht … Rügen weiterlesen

Hechtschmuck

So, morgen geht’s endlich los. Die erste Angelreise nach Oktober 2019, da war ich am Sustut. Eigentlich hätte ich schon diese Woche gewollt, aber eine kleine Grippe machte die Umbuchung nötig. Kein schlechter Tausch, denn das zu erwartende Wetter ist eher besser. Bei den Vorbereitungen ist mir aufgefallen, dass eine so lange Reisepause einen irgendwie entwöhnt. Das Suchen und das Packen sind zu besonderen Vorgängen geworden, ich finde nicht alles auf den ersten Griff, und eine leichte Unsicherheit überträgt sich auf den ganzen Menschen. Aber ich habe alles gefunden und die Kisten und Taschen sind gepackt. Das Belly Boat ist … Hechtschmuck weiterlesen

Ich bin Angler

Ich bin Angler. Wie es dazu gekommen ist, kann ich gar nicht mal sagen. Es war mit sechs Jahren plötzlich da. Bleibend, so wie die Zähne, die dann kamen, wenn man mal von den Kronen absieht. Und fast vierzig Jahre wäre mir ein Zacken aus derselben gefallen, hätte man mich beim Stippen erwischt. Da war ich, zwar nicht militant, aber immerhin eisenhart, ein Nur-Fliegenfischer. Zwei, drei Spinnruten standen wohl auch rum, aber nur für Ostseestürme und Küchenzander. Na ja, und zum Plattfischangeln im Kajak. Aber ich haben bis zum heutigen Tag in allen Sorten Süßwasser weder Bach-, Regenbogenforelle noch Äsche, … Ich bin Angler weiterlesen