Hutfliegen

Weihnachten naht und noch kein Geschenk? Dann man(n) zurück in die Zukunft. Früher konnte man erstklassige Huthaken von Partridge beziehen. Aber das ist leider Vergangenheit. Diese hier lagen 30 Jahre herum, und man sieht es ihnen an. In den 60er Jahren waren Hüte noch allgemein verbreitet, und seinen Hut zum Gruß zu lüpfen war eine übliche Geste. Ich selbst wurde mit 8 Jahren zum Hutträger, denn mein Vater kaufte mir in Hermagor einen Tirolerhut, den ich dann stets im Urlaub trug. Kamen hinter München die Alpen in Sicht, setzte ich ihn auf, auf der Rückfahrt an gleicher Stelle wieder ab. … Hutfliegen weiterlesen

Anfängerfehler

Hat man sich bei REC erfolgreich durch die Optionen geklickt und den Rollenhalter seiner Wahl gefunden, addieren sich die Wünsche zusammen mit dem Porto schnell mal auf um die 100 Euro, zumal man ja auch noch Zoll zahlen muss. Das gelieferte Produkt ist sehr ansehnlich, passt aber nicht zueinander, will sagen die Verschraubung passt nicht auf den Spacer, und die Kappe passt auch nicht. Es bedarf einer feinfühligen Arbeit mit dem Schnitzmesser und einer Nadelfeile, um den Spacer zur Annahme der Metallteile zu überreden. Letztlich gleiten alle Teile gut übereinander und müssen dann mit Sorgfalt verklebt werden. Dabei darf kein … Anfängerfehler weiterlesen

Mit Scheitel, bitte!

Kennen Sie „Bonnie Craft Cord“? Das Material ist der Untergang des Bindehandels, denn man kann es in Stränge zerlegen, diese mit einem Hundekamm auskämmen und erhält das schönste Kunsthaar, absolut konkurrenzfähig mit den Materialien aus Italien und Südafrika. Leider ist Bonnie Kordel in Europa nicht leicht zu beschaffen, und bei der Recherche über dieses und ähnliche Materialien stieß ich auf einen Thread, der sich mit einer besonderen Qualität der Streamerhaare befasste. Nämlich mit ihrer Neigung zu verfilzen. Das war mit so noch gar nicht in den Sinn gekommen, aber die Fliegenfischer an der amerikanischen Ostküste, die auf Bluefish gehen, haben … Mit Scheitel, bitte! weiterlesen

Mandula

Bärenköder. Aus den Tiefen des Russischen Reiches. Was macht ein russischer Kollege mit einer alten Badelatsche? Nun ja, er schärft ein 14 mm Rohr an, stanzt sich Scheiben heraus, und erfindet einen neuen Köder. „Mandula“ heißt dieser Wunderjig, der so langsam seine Westwanderung abgeschlossen hat. „Mandula“ ist mehrteilig, mehrhakig und schwimmfähig. Mit einem Chebu, einem russischen Bleikopf, steht der Köder aufrecht am Grund, wird mit zwei Zupfern bewegt, und eigentlich ganz ähnlich wie ein Gummifisch geführt. Für alle Zanderangler, die dachten mit diesem Geheimnis noch lange allein zu sein, ein herzliches: Tut mir leid! Da ihr für eure Köder uns … Mandula weiterlesen

Guides Lanyard

Man hängt sich nichts um den Hals, an dem man hängen könnte! Auf alten Bildern vom Lachsfischen kann man sehr oft den Angler und den Ghillie nur unterscheiden, wenn man ein bisschen Intuition einsetzt. Nicht selten tragen beide Herren Tweed, und der Ghillie ist meist der, der ein klein wenig korrekter angezogen ist. Will sagen, seine Krawatte sitzt. Der Angler, ja auch „the sport“ genannt, ist meist etwas lässiger angezogen, hat die dickere Uhrkette, und wird in der Regel seinen Fisch nicht selbst halten. An den sehr guten Gewässern ging man sogar mit zwei Ghillies, einer war der Gaffer, einer … Guides Lanyard weiterlesen

Rollen öffnen

Eine wertvolle Rolle öffnet man wie der Kampfmittel-räumdienst. Langsam und vorsichtig. An einer teuren Rolle sollte man nicht ohne Grund herumschrauben, aber hat man einen gefunden, dann muss man umsichtig anfangen. Handgemachte Rollen haben oft handgemachte Schrauben, und die müssen exakt an die Stellen zurück, von denen sie gekommen sind. Also überlegt man sich vorher ein kluges Ablagesystem, und das ist der bewährte Eierkarton, mit dem man vielleicht schon als Junge Wecker demontiert hat. Dazu legt man sich kleine Zettel parat und notiert z.B. Schraube oben rechts, oben links, unten rechts, unten links. Nun gilt es einen Schraubendreher zu finden, … Rollen öffnen weiterlesen