For international readers: A rugged leather car rod holder.

Die hinteren Scheibenhalter sind Saugnäpfe von Amazon, die angeblich 40 Kilo halten. Die 8 mm Bohrung war schon drin, und ich habe nur zwei Unterlegscheiben gedreht und dann fertige Ringschrauben befestigt. Die Schrauben zu kürzen wäre mühsamer. Edelstahl.
Die Fliegenrute ungeteilt ins Auto zu legen war in den alten Brunner-Zeiten sehr einfach. Eine „Cherie“ war wie dafür gemacht. Mit den neun bis elf Fuß Ruten, mit denen wir heute fischen, ist es etwas problematischer, aber gerade die beliebte 270er Rute passt so gerade noch ungeteilt in viele PKWs, zumal Kombis. Für die Fischer jedoch, die ihr Fahrzeug als Schlafstätte benutzen, ist jeder Quadratzentimeter des Laderaums viel zu wichtig, und so sind junge Fischer weltweit auf die Idee gekommen, die Ruten innen unter dem Dach zu befestigen. Mit irgendwelchen Gurten und Seilen wurden da Halterungen gebaut, die sich im praktischen Einsatz bewährten. Ein paar Spanngummis und einige Meter Kordel erzeugen schnell eine praktikable Lösung. Ich nehme an, dass diese Konstruktionen zeitgleich in verschiedenen Forellenländern erfunden wurden, zumal es so etwas für Boote und Spinnruten schon gab. Mir wurden die neueren Modelle aus Neuseeland zugetragen.

Der hintere Riemen ist aus einem dicken Leder und auf Maß gefertigt. Die Karabiner passen genau in die Ringschrauben. Weil man das 6 mm dicke Leder nicht zur Schlaufe formen konnte, habe ich dünneres Leder angenäht.
Genau dort machte sich ein findiger Bursche auch sogleich daran, die Idee zu vermarkten und brachte für einige hundert Dollar eine Halterung auf den Markt. Die ganze Situation explodierte aber wohl schneller als er gedacht hatte, denn andere findige Burschen kamen mit der gleichen Idee ans Licht und so hat man nun zwischen 10 Dollar, Temu, und 500 Dollar die Wahl, sich so einen Rutenhalter zu kaufen. An dieser Stelle sei an Edgar Pitzenbauer erinnert, der schon 1984 im „Fliegenfischer“ veröffentlichte, wie man Rutenrohre unter dem Autodach befestigen kann. Ja, ja! Das mit dem Kauf kommt aber gar nicht in die Tüte, und getreu dem Motto, der Ingo pingelt für seine Tochter sogar die Sandförmchen aus Kupfer selber, machte ich mich ans Werk. Äh ja, das Material liegt schon etwas länger, das Konzept fast schon staubig, aber nun ist es fertig realisiert und wartet auf die Saison.


In der Totalen sieht der hintere Riemen so aus. Die Schlaufen zur Aufnahme der Ruten sind ebenfalls dünneres Leder. Diese Rutenhalterungen lassen sich öffnen, weil sie mit einem Axttaschenknopf verschlossen sind. So lassen sich Ruten vor und hinter der Rolle einhängen, was bei Zweihändern gewünscht sein kann.

Der vordere Riemen ist ebenfalls aus Leder und kann an den hinteren Haltegriffen eingehängt werden. Die Halterungen lassen sich nicht öffnen. Hier steckt man die Ruten ja nur hindurch. Lachsruten lassen sich einhängen, wenn man die Spitze entfernt. Dann passt bei mir sogar eine 14 Fuß Rute hinein. Es versteht sich von selbst, dass man seine Ruten, zumal mit vom Hofes, Zwargs, Walkers oder Bogdans, nur aktiv im Halter mit sich führt. Damit bei Abwesenheit irgendwo länger zu parken sollte man vermeiden. Das ist für böse Buben so verlockend wie Mais für Wildschweine.

Außer Betrieb ruhen die Gurte, Schlaufen und Saugnäpfe in einem Leinenbeutel.
Ingo Karwath