For international readers: Got a mouth watering letter with some flies from Narvik.

Fry. Der Haken ist ein 10er. Schwanz aus Pearlflashabou, Hinterkörper Silberbraid, Thorax rotes Dubbing. Sehr klein und leicht, ideal für flaches Wasser und trotzdem auffällig wie ein bunter Hund.
Guiding und Timing unterscheiden sich im Preis. Während Guiding je nach Lage der Dinge 200 bis 1000 Euro kostet, ist Timing unbezahlbar und umsonst, hat aber leider gewisse Ähnlichkeiten mit Lotto. Dieses Jahr haben wir mal wieder ein Haus in Dänemark gebucht und sind auf zwei bestimmte Wochen festgelegt. Da hoffen wir auf gutes Wetter, meine Frau möchte viel schwimmen, und ich hoffe auf laue Sommerabende und eine Forelle so nebenbei. Ein Angelurlaub wird das nicht. Meine eigenen Dänemark- und Schwedenwochen, meist so drei bis vier einzelne pro Jahr, lege ich nicht fest. Da fahre ich allein und fische wie es mir gefällt. Das ist natürlich für einen Arbeitnehmer ein Hohn und richtet sich als Tipp eher an +67er unserer Gesellschaft. Kann man aber flott und flexibel mal eine Woche Urlaub nehmen, geht das auch U30. Timing ist nämlich auch wesentlich viel fängiger als Guiding. Stichwort Wetterbericht! Im April bis Juni eine schöne Woche mit bedecktem Himmel, einiger Wärme und Südwestwind ist wichtiger als alles was man kaufen kann, denn das sind, im August bis Oktober auch, die besten Bedingungen an der See. Juli ist auch besser als nix. Je weiter unser Ziel entfernt ist, umso schwieriger wird es, das Timing irgendwie zu beeinflussen. In der Finnmark trocken fischen zu wollen ist vermutlich die größte Herausforderung. Ich habe es da gerade etwas kleiner und möchte in der Finnmark mal auf Meerforellen an der Küste fischen. Das will natürlich vorbereitet sein und über Freunde in Schweden habe ich nun einen Kontakt in Narvik und werden kompetent beraten. Erst kommt das Wetter, dann die Buchung. Über Hamburg und Oslo ist man schnell genug eingeflogen, um das Wetter zu erreichen. Viel weiter als bis Bohuslän bin ich noch nicht gekommen mit meinem Konzept, aber da ist es schön aufgegangen. Ob es mir gelingt das Konzept so weit in den Norden zu tragen bleibt abzuwarten. Aber einen grundsätzlichen Gedanken möchte ich gern noch loswerden. Das Lachsfischen in den Flüssen entwickelt sich ja in eine problematische Richtung. Die Bestimmungen an den meisten Gewässern sind doch so, dass ein vernünftiger Mensch sofort erkennt, man sollte dieser bedrohten Tierart, dem Atlantischen Lachs, nicht auch noch dort nachstellen wo er gerade nach epischer Reise angekommen ist. Die Fjorde jedoch bieten sowohl um Island als auch um Norwegen jede Menge Strände, an denen man ungestört und frohgemut fischen könnte. Aber die Lodge-Mafia schweigt laut! Da gibt es Meerforellen, meerwandernde Saiblinge, Buckellachse und Lachse, denen man frei und kostengünstig und fast gewissenlos nachstellen kann. Ich denke wir sind am Anfang einer Entwicklung die nordischen Strände ebenso zu entdecken wie einst die Strände der Ostsee. Das Geheimwissen um bestimmte Straumen und Strände wird nicht geheim bleiben, und es ist nur eine Frage der Zeit, wann die erste Lodge aufmacht, die Fliegenfischer betreut. Einstweilen bekam ich ein paar Fliegen aus Narvik zugeschickt, von denen ich hier mal zwei zeigen möchte. Ich habe sie „Narvik Fry“ und „Narvik Shrimp“ getauft, denn einen Namen hatten sie noch nicht. Man fischt deutlich kleiner als ich angenommen hätte, Gr. 10, und sucht gezielt nach sehr ruhigem Wasser, wie man mir sagte, aber vermutlich bin ich mit meinem Ostseebesteck und -wissen auch ganz okay ausgerüstet. Man wird sehen. Die anderen Fliegen im Umschlag waren so bekannte Normalos wie „Vaskebjörn“ und „Jiggy“, auch britische Klassiker, aber diese beiden hier haben was, oder?

Shrimp. Auch ein 10er Haken. Hinten weißes Marabou, dann etwas rotes Dubbing, vorn Icedub in zartem Rosé. Ebenfalls sehr leicht und beweglich. Ideal wenn sich seichtes Wasser aufwärmt.
Ingo Karwath