
Zuerst eine offene Wicklung setzen und mit „Zap-a-Gap“ sichern.
Ein rutenlanges oder knapp rutenlanges Vorfach zu benutzen ist ein Standard, an dem immer schon gerüttelt wurde. Expertentum zeichnete sich auch schon vor Jahrzehnten dadurch aus, ein längeres Vorfach zu fordern. Die 9-Meter-Lassos, die manche Nymphenfischer heute einsetzen, waren jedoch früher undenkbar, als man noch von einem normal ausgeführten Fliegenwurf ausging. Aber auch vergleichsweise normale Vorfächer wie ein gezogenes 360 cm Vorfach auf 0,35 mit einem 1 Meter Tippet in 0,30, an der Küste sehr beliebt, bringen es mit sich, dass man den Fisch nur sehr schwer bis zur Hand oder zum Kescher drillen kann, ohne die Vorfachschlaufe in den Spitzenring zu ziehen. Da kann man keiner Schlaufe trauen, weder Perfection noch Achter noch Schlag, denn hat man sie einmal in die Ringe gezogen, entsteht höchstes Risiko. Meerforellen mögen sehr gern in der Nähe des Anglers bocken und sind lange noch nicht müde, und bei einer plötzlichen Flucht knattert dann der Schlaufenknoten durch die Ringe. Wenn man Glück hat. Mit Pech pickt der Knoten ein und der Fisch ist weg. Nach meiner vorläufigen Meinung sind Schlangenringe mit einem Steg etwas flutschiger als zweistegige, aber müßig das zu diskutieren. Mir passiert das ohnehin nicht. Ich schneide bei gekauften Vorfächern die Schlaufe ab, rauhe die letzten zwei Zentimeter mit Schleifpapier an und wickle mit Bindeseide und Zap-a-Gap eine neue Schlaufe. In die Vorfachspitze knote ich eine kleine Perfection-Loop, schlaufe ebenso ein Tippet ein und hänge mit 0,40er Gunki Hardmono einen kurzen Springer über die Schlaufen. Bei einem Infight rolle ich mein Vorfach in die Ringe und habe nicht die geringsten Sorgen, es könnte bei einer Flucht einpicken. Die Schlaufe flitzt auch wieder raus wie ein geölter Aal.

Die Schlaufe fertig wickeln und mit einem Whip Finish abschließen. Mit „Hard as Nails“ o.ä. finishen und ins Päckchen zurück packen. Merkt kaum einer was man gemacht hat. Eventuell das Datum notieren. Erneuern wenn einem danach ist.
Ingo Karwath