
Meine erste Fliegenschnur war eine DT 5 F, die ich in Hermagor in einem Jagdgeschäft kaufte. Da erwarb ich auch eine Rolle, ein Vorfach, eine kleine Spule 0,20er und ein paar Fliegen. Meine erste Rute, eine Fenwick FF 755, war gerade Tage zuvor daheim angekommen, und die Zahl meiner Gedanken überstieg mühelos meine Ausrüstungsteile. Nach dem Prinzip ‚just do it‘ übte ich im Jank’schen Garten in Förolach das aufrechte Werfen, mit Steinforts Buch, erwarb dann eine Karte für die Gail und fing meine erste Forelle. Wie hätte ich ahnen können, dass dieser Tag mein Leben so veränderte. Ich war ein Fliegenfischer geworden. Und bin’s geblieben, habe Nähe und Ferne bereist und mindestens ein Eigenheim verfischt. Eigentlich ohne mir solche Eskapaden leisten zu können. Na ja, eine fischereiliche Normalbiographie, mehr oder weniger. Man schießt ja mehr Kohle in den Wind, als sich letztlich im Gerätevermögen ansammelt. Nicht wer zum Schluss am meisten hat gewinnt, sondern wer am meisten damit gemacht hat. Leider wird auf dem Weg manche Sammlung zum Sammelsurium und einen Teil dieser Unordnung habe ich im Winter tatsächlich bändigen können. Meine ‚Schnursammlung‘. Ich habe alles hervorgesucht, gereinigt, gemessen und gewogen, sauber geordnet in Tüten verpackt und dann aus allen alten Kameraden eine neue Truppe geformt, die ich nun in Schnurtaschen mit Beschriftung verwahre. Dazu benutzte ich alte Visitenkarten, die ein Pensionista kaum noch braucht, und habe Dymo Etiketten gedruckt. Im Ergebnis habe ich nun eine große Tasche mit Lachsleinen, und drei kleine mit Forellenschnüren und häufig benutzen Lachsköpfen. Sehr hilfreich war ein Schnurspuler, ohne den ich das nicht hätte machen wollen. Der klemmt dauerhaft am Fischereiregal und ist Gold wert. Ich muss nun keine Schnur mehr neu kaufen, die ich alt und brauchbar noch habe. Und ja, ist vorgekommen.

Ingo Karwath