Kontrolle ist besser

Von der Äschenmücke bis zum Hechtstreamer sollte man alles bemessen. Obwohl, den Fischen ist’s egal, oder.

Fliegenbinden muss grundsätzlich nicht ordentlich sein und es ist völlig in okay, wenn ein paar Dutzend „Blue Duns“ in einem Kasten im Laden etwas verschieden sind. Es ergibt sich aber sofort die Frage definiere „etwas“. Ist eine 12er Hechel an einer 14er Fliege noch okay, geht eine 16er auch, kann der Schwanz mal siebzehn Fibern haben, mal acht, darf der Körper länger oder kürzer sei, der Hechelkranz voller oder schütterer, der Flügel länger oder kürzer? Eine Kiste mit vielen „Blue Duns“ gibt dem Fliegenkäufer die Wahl fachkundig auszusuchen, während eine Kiste mit wenig „Blue Duns“ im Prinzip dann die letzte Wahl ist. Für den Heimbinder kommt zu viel Varianz nicht in Frage. Damit privat gebundene Fliegen schön gleich werden, habe ich eine Hechelschablone am Bindestock hängen, ein Stück Zollstock seitlich angeklebt, habe ein kleines Lineal rumliegen, eine Kreisschablone, einen Meterstock für Hechtfliegen, meine Bindeunterlage hat Zentimeterquadrate und einen Stechzirkel von Starrett habe ich auch. Damit kann man Flügel und Körper und Hechelfibern ausmessen. Natürlich habe ich mit den Jahren einen Blick für Größen und Proportionen eingeübt, und binde auch vergleichsweise sauber, weil die Kamera so gnadenlos guckt, aber messen ist immer besser als schätzen.

Das Stück Zollstock klebt seit Jahren an meinem Bindestock. Durch das Drehen des Kopfes mit der linken Hand hab‘ ich die 4 schon abgerieben.

Ingo Karwath