Vor dreißig oder mehr Jahren habe ich mal einen Artikel über Schnur- und Vorfachverbindungen geschrieben und hatte die Idee, die dazu hergestellten Verbindungen in einer leeren Tabaksdose von Black Diamond zu verwahren. Pfeifenraucher bin ich lange nicht mehr, weil mir dieses ganze Getüdder mit Taschen und Gerätschaften nicht mehr gefiel und ich so langsam zur Zigarre überlief. Die Dose jedoch habe ich immer noch, und ich halte mal die Kamera auf die Verbindungen. Moderne Fliegenschnüre haben inzwischen vorn und hinten eine verschweißte Schlaufe. Mindestens die vordere Schlaufe schneiden viele Experten ab. Sie ist meist krumm und schwer.

Der Cast Connector war früher sehr beliebt, weil er einfach und dauerhaft verband.

Eine auswechselbare Geflechtschlaufe mit einem flexiblen Röhrchen gibt es bis heute.

Eine Geflechtschlaufe mit Nagelknotenüberwurf war die Lösung, wenn man alle Gummischläuche verloren hatte.

Die Geflechtschlaufe daheim mit Bindeseide und Kleber zu sichern ist bis heute meine Methode.

Die Seele der Fliegenschnur mit Bindeseide zu einer Schlaufe zu formen geschah früher eher auf misstrauischen 20 Millimetern.

Die Seele nicht freizulegen, aber eine zusätzliche Backingschlaufe anzuwinden ist eine weitere Möglichkeit, die man gern für Schussköpfe nutzte.

Das mit Sekundenkleber eingeklebte Vorfach hält zwar sehr gut, aber nicht ewig. Man sollte es regelmäßig erneuern.

Auch den Nagelknoten sieht man immer noch.

Der durchgezogene Nagelknoten muss daheim angefertigt werden. Man benötigt eine heiße Nadel und einen kühlen Kopf.

Eine Schlaufe direkt mit der Flugschnur zu bilden und zu überwickeln war sozusagen das alte Welding.

In der Not kann man Geflecht mit einem Halben Schlag anbringen.

Der alte Flaggenstich ist immer noch brauchbar, aber bei modernen Fliegenschnüren etwas dick. Er kommt aus der Seidenschnurepoche.

Die kleine Widerhakenöse sieht man kaum mehr. Aber sie ist immer noch eine gute Wahl. In Frankreich sehr verbreitet.

Vorgefertigte Schlaufen sind heute an fast allen Schnüren üblich. Die feine Fischerei kann damit aber nichts anfangen.

Ja, und der Grund alle diese Verbindungen noch einmal zu zeigen ist die moderne Micro Loop vom Euro Nymphing. Die hatte ich nicht in der Dose. Sie funktioniert bei Fliegenschnüren mit Braidcore. Die vorgefertigte Schlaufe abschneiden, zwei Zentimeter vom Coating abziehen und eine feste kleine Schlaufe mit Bindeseide anfertigen. 5 bis 7 mm Bund genügen. Mit Sekundenkleber absichern. Damit fischt man sensible dünne Nymphenvorfächer.
Ingo Karwath