Baitfish 2.0

Im August rauben die Hechte gern am Schilf, in den Seerosen und im Wurzelwerk. Da stehen die zarten Kleinen, und der extraleichte „Baitfish 2.0“ ist die beste Wahl. Einen kleinen oder großen Haken mit einem kurzen Kopffundament bewickeln und ein Bündel spitzig ausgezupftes weißes Kunsthaar zwei Drittel nach hinten und ein Drittel nach vorn einbinden. Die vordere Portion dann nach hinten umklappen. Ein etwas kürzeres Bündel unten mit der gleichen Technik einbinden und oben etwas Flash in Silber oder Pearl auflegen. Im August findet man an den Rändern der Teiche und Seen Schwärme von kleinen Fischen, die sich zu Kohorten … Baitfish 2.0 weiterlesen

Die magische Feder

Jungle Cock, kurz JC, man sagt auch Augenfeder, entzieht sich der Vernunft Als ich noch ein junger Binder war, so mit 18, war ja meine Zeit mit Kipling, Karl May und Jack London gar nicht so lange vergangen. Jules Verne und Melville hatte ich schon distanzierter gelesen, also ohne Taschenlampe im Bett und die Idee von zu Hause wegzulaufen, aber politisch hatte sich in meinem Kopf noch rein gar nichts bewegt, obwohl ich in Gemeinschaftskunde eine Eins im Abi hatte. Erschwerend kam hinzu, dass meine Schule eine reine Jungenschule war, und vor die Wahl gestellt, hoch zu Elefant eine Tigerjagd … Die magische Feder weiterlesen

Half and Half

Im Juli haben die Hechte das Flachwasser verlassen. Sie kommen aber wegen der Brütlinge gern zurück.  Das Geheimnis der „Half and Half“ entdeckt man von unten. Sie schwimmt gezupft auf und ab, derweil die hinteren Hecheln sozusagen in die Hände klatschen. Wie ein Unterwasser-Hampelmann. Es wird die jüngeren Fischer unter uns wohl nicht interessieren, aber es war mal vor 40 Jahren oder so eine große Sache, als diskutiert wurde, dass Lefty Kreh den „Lefty‘s Deceiver“ als Bindemuster bei einem Redfish-Guide geklaut haben soll. Einige Cognoscenti der Szene gingen damit hausieren, aber die Debatten von damals haben den Sprung ins Internet … Half and Half weiterlesen

Das Bauer-Power-Sandwich

Das Fischen nur als Fischen zu begreifen ist zu wenig. Ein wenig Lebensart, dolce vita und savoir vivre dürfen schon sein.  Eine Scheibe Brot mit Bruschettacreme bestreichen und Schinken oder Speck nach Wahl auflegen. Kann man gerne in Streifen schneiden, dann zieht man beim ersten Bissen nicht alles von der Schnitte. Nach dem Schinken dünne rote Zwiebelringe auflegen und mit Aioli abziehen. Wer sie bekommen kann, nimmt schwarze Mayo. Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Hechtfilm, aber eigentlich geht es um ein Sandwich. Nebenbei wird ein wenig geangelt. Sie können das gern überprüfen und dann auch anderer … Das Bauer-Power-Sandwich weiterlesen

Von scharfen Schafen

Sie fangen seit mehr als 40 Jahren zuverlässig ihren Lachs. Die Superfliegen der Sheep-Serie. In Amerika, dem Land der ehemals unbegrenzten Möglichkeiten, gibt es Gänse, die sind so groß wie ein Fiat Fünfhundert. Und wie dieser auch aus Blech und Kunststoff. Im Inneren einer solchen Gans kann sich ein ganzer Jäger verstecken. Obwohl sie viel zu groß ist, wirkt eine solche Gans als Lockvogel. Wenn ihre befiederten Kollegen sie aus großer Entfernung entdecken und zur Landung ansetzen, öffnet der Jäger zwei Klappen und ballert los. Eine ganz ähnliche Konstruktion gibt es auch als Ruderboot, also ein Bootchen mit einem entenähnlichen … Von scharfen Schafen weiterlesen

Spent Seducer

Im Juni stehen die Hechte gern noch im Flachwasser. Man braucht ein Fliege, die unauffällig landet und auffällig fischt. Den Schwanz bilden 4 bis 8 Hechelfedern, die „splayed“, also jeweils mit den Spitzen nach außen eingebunden werden. Die natürliche Biegung federt im Wasser auf Zug und öffnet sich dann wieder. Der „Seducer“ ist eine Tarponfliege im besten Rentenalter und wurde von Homer Rhodes erfunden, um damals wie heute das zu tun, was sie am besten kann. Schweben. Denken Sie an die Szene in „Traumschiff Surprise“, dann geht das nie wieder aus dem Sinn. Bisher ist kein Streamer erfunden worden, der … Spent Seducer weiterlesen