Jugendsünde mit 12 Fächern?

Wie man Sünde in Vorfreude umwandelt? Nun ja, mit Beichte und Aceton. Wir leben in Gütergemeinschaft – ich darf die Dose benutzen. Vor bald 40 Jahren, 1983, habe ich mich am Bindewettbewerb der Firma Hebeisen in Zürich beteiligt und gewann den ersten Preis. 1984 habe ich es noch einmal versucht, landete auf einem zweiten Platz und bekam einen sehr schönen Metz Balg. Kann sein, dass es der Erste meiner Bindekarriere war. Jedenfalls einer der Ersten. Weil ich solche Wettbewerbe damals nicht wirklich gut fand, im Schück-Universum gerade unbeliebt war, und meinen Namen raushalten wollte – okay, ich war jung, und … Jugendsünde mit 12 Fächern? weiterlesen

Die Numidiesfeder

Auf der Spur einer berühmten Feder. Die erste Ausgabe des „Repertoire des mouches artificielles Francais“, 1975 von Jean-Paul Pequegnot herausgegeben, wurde in einer Auflage von 2500 Stück gedruckt. Ich habe Nummer 1854. Auf Seite 13 findet man die Bindeanleitung zur „Altiere“, mit dem immer wieder gern auf einen Sockel erhobenen Bindematerial „plume d’oiseau de Numidie“. In deutschsprachigen Bindeanleitungen verfestigte sich der Begriff „Numidiesfeder“, vermutlich u.a. von Norbert Eipeltauer gepägt, und die Feder war schon sagenumwoben, als ich noch ein junger Fischer war. Pequegnot führt weiter aus, dass die Federn vom Helmperlhuhn (Numida meleagris) sehr teuer sein können und dass man … Die Numidiesfeder weiterlesen

The „Champion“

Im Mai Maifliegen binden ist zu spät. Für den Binder heißt sie Aprilfliege. Die ungeflügelte „Champion“ ist eine so sympathische Fliege, weil sie keine Flügel hat. Banal, nicht wahr. Bindet man sie nämlich nach der klassischen Anleitung mit Flügeln, hat sie das Potenzial Harry der Hubschrauber zu sein. Dann hätte sie nämlich „fan wings“ aus Hennen- oder Entendaunen , und die neigen bei minimaler Ungleichkeit dazu, die Fliege bei jedem Wurf in einen schwirrenden Propeller zu verwandeln. Hat man Daunen mit zu fester Struktur benutzt, kann man das gut hören. Nicht zuletzt darum findet man in den Fangbüchern von Halford … The „Champion“ weiterlesen

Die „George Laiman“

Bonjour-Olé. Eine französische Trockenfliege im spanischen Stil. Die „George Laiman“ ist eine außergewöhnliche Fliege. Hat man sie erst einmal für sich entdeckt, weckt sie den Reflex sie geheim zu halten, für sich zu behalten, was natürlich grundsätzlich Quatsch ist. Was ich gern geheim halten würde ist, dass ich sie als alter Binder erst letztes Jahr gefunden habe. Bei strukturlosen Recherchen im Internet fand ich zunächst ihren Namen, dann ihr Bild, und dann ein Buch von dem Mann, der sie erfunden hat. Einen Haken der Größe 16 einspannen und weinrote Seide anlegen. Drei Fäden Seide einbinden: gelb, blau und braun. Bei … Die „George Laiman“ weiterlesen

„Versus 1“

Eine angenommene Konkurrenz, selbst wo sie nicht vorhanden ist, kann zu Erkenntnissen führen. Darum beginnt hier die Artikelserie „versus“. „Quigley’s Cripple“ vs. „Missing Link“. Runde 1: Der Name. Die Fliege „Quigleys Cripple“ zu nennen war 1978 eine etwas unbedarfte Entscheidung, die ein Marketing Experte vermutlich damals schon korrigiert hätte. Krüppel ist eines der härtesten, der traurigsten Schimpfworte unserer Sprache, und verhindert den sympathischen Kontakt zu dieser Fliege. Als Zweitname hat sich „Quigleys Emerger“ etabliert, eine deutlich bessere Ansprache, wenn auch allgemeiner. So in die Jahre gekommen könnte man auch nur „Quigleys“ sagen, was mir persönlich am besten gefällt. Die „Quigleys“ … „Versus 1“ weiterlesen

Ingo Karwaths Fliegenlexikon Nr. 7

Die Plastikfliegen von Lee Wulff. Erinnerung an eine Zeit der Begeisterung.  In Kanada auf Steelhead zu fischen ist eine Traumreise, die man sich im Verlaufe seines Fischerlebens einmal gönnen sollte. So ein Satz ist ja schnell getippt, aber zwischen Familie und Beruf, zwischen Haus und Urlaub ist es gar nicht so leicht, da die zehn Tage für sich allein und das dazugehörige Geld zu finden. Darum scheint es sich zu ergeben, dass sehr junge Fliegenfischer den Trip auf Backpack-Niveau eher wagen als Familienväter, und ansonsten sind die Flieger von Vancouver nach Terrace oder Smithers meist voll mit alten Herren. Bei … Ingo Karwaths Fliegenlexikon Nr. 7 weiterlesen