Fischen wie Gott in Frankreich

Eine Bildergeschichte aus der Bretagne Die Forellen an der Élorn waren unwillig, aber das zweite Frühstück war nett. Auch der Lunch hatte Klasse. Danach galt es den Abend vorzubereiten. Nach dem weißen Bucktail und Flash eine Prise rot und blau. Gefolgt von wenig schwarzem Haar und rotem Floss. Überdeckt mit etwas Mylar. Und mit einem Tropfen Epoxy und Augen hat man schon einen „Sea Habit“. Den am Nachmittag aber kein Wolfsbarsch haben wollte. Bis dann der Abend kam. Und ein Popper diesen Fisch verführte. Der ein gutes Ende nahm. Fischen wie Gott in Frankreich weiterlesen

Fake Reels

Drum prüfe wer sich ewig bindet. Ein Leitfaden zur Beurteilung klassischer Rollen. Es gibt Menschen, die mögen alte Sachen. Da kann man jetzt ganz viele kluge Dinge drüber sagen, man kann es aber auch lassen. Kaum schlagen wir ein Magazin auf, schauen eine Sendung oder klicken im Internet herum, will uns ja sowieso alle naslang einer unsere Psyche erklären. Ich halte mich mit Freude an Max Weber. Je mehr Rollen ich habe, desto wohlgefälliger ruht Gottes Blick auf mir. Sie dürfen jetzt nicht annehmen dass ich das wirklich glaube, und auch meine Frau, sie ist Pastorin, hebt nur spöttisch eine … Fake Reels weiterlesen

Rasenvorfach

Es war früher einmal üblich, dass man mit seiner Fliegenrute in den Park ging oder auf einen Sportplatz, um werfen zu üben. Ideal wäre natürlich Wasser, ein Teich mit einer schönen flachen Wiese, aber wer hat das schon vor der Haustür. Dass das heute nicht mehr so üblich ist, liegt an den vielfältigen und teils lustigen Wasserwürfen, von denen so viele glauben sie erfunden zu haben. Ich glaube das nicht, denn nach meiner Meinung ist der grundlegende Erfinder sämtlicher Varianten der touch-and-go Würfe nur einer, nämlich der Präsident des Österreichischen Skiverbandes, Peter Schröcksnadel. Er war nicht nur der berühmteste Brunner-Abzwicker … Rasenvorfach weiterlesen

Tricolore

Klassische Trockenfliegen sind eine feste Burg. Sie halten stand. Umlagert von Goldperlen und Bleidraht. Von Fuchshaar und Flash. „Wie bindet man eigentlich eine Tricolore“?, fragte neulich ein Freund, und kaum hatte ich ein passendes Gesicht zur Frage gemacht, sagte er: „Au weh, ein Vortrag.“ Ja, gut, ist eine Schwäche von mir. Bei solchen Fragen fange ich gern an zu dozieren und werde mit Spott wieder auf den Teppich geholt. Um es einfach zu machen beginne ich mal mit André Ragot. Der hat aus dem um 1910 in Guincamp erfundenen Urmuster die „Tricolore de Ragot“ geschaffen, und sechs Binder seiner Firma … Tricolore weiterlesen

Werden Sie Binder!

Fliegenbinden ist keine Kunst. Fliegenbinden ist eine Passion und ist ein Handwerk. Ein altes Handwerk. Die Fliegenbinder haben sich nie zu einer Zunft aufgeschwungen, aber noch vor Jahrzehnten wurden viele Informationen nur im Flüsterton vermittelt. Alles war irgendwie geheim. Sie werden sich vielleicht erinnern, wie aus den frühen Kugelkettenstreamern und dem Klebstoff für die ersten slowenischen Sedges ein Riesengeheimnis gemacht wurde. Dabei war es nun wirklich kein Problem, eine dünne Kugelkette in Segmente zu zerkneifen und im Baumarkt einen flexiblen Kleber zu besorgen. Nimm‘ Vergaserkleber, so wurde geflüstert. Die Zeit der Bindegeheimnisse ist vorbei. Kurse, Bücher, Magazine und das Internet … Werden Sie Binder! weiterlesen

Bonner’s Brite Caddis

Clyde Bonner aus Carson City in Nevada hatte einst die gute Idee seinen Sedges einen lockenden Unterflügel zu geben. Zu diesem Zweck dröselte er weißes Macramé Garn auf, und band die funkelnden Fibern unter die Haarflügel. Macramé Garn kostet aber nur ‘nen Apel und ‘nen Ei, und so dauerte es nicht lange, bis das Material überteuert unter den Namen Zelon, Z-lon oder Miclon in den Handel kam. Ganz ähnliche Garne werden auch in der Segelmacherei verwendet, und so haben wir heute einen Zugriff auf weißes, blitzendes Fasermaterial, wie er besser nicht sein kann. Auch viele Sorten Kunsthaar aus der Hechtszene … Bonner’s Brite Caddis weiterlesen