Lachsfliege des Monats 9

Die „Surface Stonefly“, eine Erinnerung an die Plastik-begeisterung der 50er Jahre. Ein 6er Bomberhaken trägt einen Schlaufenflügel aus gelbem Antron. Lee Wulff hatte Ende der vierziger Jahre eine Idee, die er im nächsten Jahrzehnt dann realisierte. Er stellte Gussformen für Fliegen her, besorgte sich eine Plastikeinspritzmaschine, und begann mit der Produktion von Plastikfliegen. Durchaus nicht allein, er hatte finanzielle Partner, und die Idee war eine industrielle Fertigung von Fliegen. Ein Arbeiter gießt die Körper, einer setzt die Flügel ein, ein dritter die Hechel, einer verpackt und einer versendet. Ich vereinfache. Jeder Fliegenbinder erschauert bei dem Gedanken, dass ein urproduktiver Prozess, … Lachsfliege des Monats 9 weiterlesen

Backpack Tube

Eigentlich wäre Schwimmwesten-Röhrchen-Lachsfliege korrekt… Einen Riffling Hitch zu fischen erfordert eine Fliege, die von Anfang an für diese Methode gebunden wurde. Dazu nimmt man einen leichteren Lachshaken und setzt den Kopf um etwa zwei Millimeter zurück. Der korrekte Knoten beginnt dann mit einem Clinch mit zwei Wicklungen und einem halben Schlag am Schnurende. Man macht zunächst den Schlag, dann den Clinch, und zieht den Schlag bis an den Clinch heran. Der halbe Schlag verhindert also, dass das Schnurende durchrutschen kann. Je nachdem an welchem Ufer man steht, setzt man nun zwei halbe Schläge über den Haken rechts oder links hinter … Backpack Tube weiterlesen

Lachsfliege des Monats 7

Das Patent für die „Sunray“ hat vermutlich nie existiert. War aber eine Super-Werbung. Von der „Sunray Shadow“ habe ich folgende Geschichte gehört, und ich gebe sie hier mal unter Vorbehalt weiter. Ray Brooks hatte zusammen mit seiner Frau Magrit in den 60er Jahren Norwegen erkundet und an Flüssen in den Gebieten More und Romsdal auf Lachs gefischt, sogar eine eigene Hütte hatte er erbaut. Auch am Aroy gönnte er sich Tage, fand aber letztlich im Laerdal den Fluss seiner Träume. Irgendwo in seiner Praxis muss ihm die Inspiration begegnet sein, die „Sunray Shadow“ zu erfinden. Das absolute Ur-Muster ist wohl … Lachsfliege des Monats 7 weiterlesen

Der „Anspo Daddy“

Diese Fliege hatte ich schon vor meinem ersten Bier. Seither schmeckt beides. Mir das Bier, den Forellen die Fliege.  Vor sehr langer Zeit, in meinen Anfängen als junger Jungangler, brachte mein Fachhändler von der Anspo aus Wiesbaden eine Fliege mit. Dort hatte nämlich auf einem Firmenstand, ich denke es war Milwards, ein Engländer seinen Bindestock aufgebaut und vor dem staunenden Fachpublikum gebunden. Das muss so faszinierend gewesen sein, dass ein altgedienter Fachhändler aus dem Land der Aale und Wattwürmer sich in eine Warteschlange gestellt hatte, um eine dieser Fliegen zu bekommen. Die in einem Korken steckende Fliege war für einige … Der „Anspo Daddy“ weiterlesen

Nymphe des Monats 7/20

Die „Peeping Caddis“ – oder: Die Kehrseite der „Peeking Caddis“. George Anderson, der Besitzer von „Yellowstone Angler“ in Livingston, machte einst eine Nymphe populär, die man noch heute als „Peeking Caddis“ kennt. Und das muss man wohl als Untertreibung bewerten, denn er gewann mit dieser Fliege den „One Fly Contest“. Das wird jedenfalls immer wieder behauptet, und seine Siegerfliege von 1989 hat auch gewisse Ähnlichkeiten mit der „Peeking Caddis“ – jedenfalls wenn man die sechs Gummibeine abschneidet. Das Farbmuster, hinten dunkel, vorne hell, lässt sich schon erkennen. Aus der „Peeking Caddis“ entwickelte sich die „Peeping Caddis“, deren Name früher mal … Nymphe des Monats 7/20 weiterlesen

La Loue – Ingo Karwaths Fliegenlexikon Nr. 5

„La Loue“, eine Fliegenserie für Äschen mit Abitur. Die Fliegenserie „La Loue“ ist fester Bestandteil der Äschenfolklore und trotz ihrer Nähe zu unserer Zeit nicht mehr in den Medien präsent. Möchte man sich die Muster im Internet anschauen, dann klickt man viel vergeblich umher und findet schlussendlich nur die rosafarbene „La Loue no 1“. Und zwar falsch gebunden. Den nötigen rosa Balg, den man früher in jedem guten Laden kaufen konnte, findet man überhaupt nicht. Aber damit nicht genug, denn für die „Loue no 2“, die berühmte „Favorite de Chamberet“, benötigt man einen lila Balg. Ja, die Franzosen, möchte man … La Loue – Ingo Karwaths Fliegenlexikon Nr. 5 weiterlesen