Skues Maifliegennymphe

Mich erreichte eine Leseranfrage, ob es von Skues eine Maifliegennymphe gäbe, und wenn nicht, warum nicht. Ja, das ist in der Tat verwunderlich und eine Baulücke im Nymphengebäude unseres würdigen Ahnherrns. Er schreibt dazu, dass Forellen Maifliegennymphen zwar nehmen, aber mit einem eigenartigen Zugriff, als ob sie Angst davor hätten. Sieht man den Buckel dieser Bewegung an der Oberfläche, ist die Forelle oft schon wieder weit weg. Was man jedoch nicht sieht, ist eine Forelle in Position, die in Ruhe und rhythmisch Maifliegennymphen eine nach der anderen erhascht, so wie sie es sonst mit kleineren Eintagsfliegennymphen ja auch macht. Der … Skues Maifliegennymphe weiterlesen

Vorfach-Wissenschaft

Das Fliegenfischen auf Seen und Talsperren hat eine verblüffende Entwicklung genommen, denn seit man die Wettfischen erfand liegt ein solcher Druck auf der von Jahr zu Jahr, von Event zu Event notwendigen Verbesserung, der rein gar nichts mehr mit gemütlichem Fliegenfischen zu tun hat. Die Kunst für uns Privatfischer besteht darin, von den Techniken zwar zu lernen, aber die Gier zu vermeiden, die das Ganze antreibt. Eine der unauffälligsten Stellen in dieser Fischerei ist das Vorfach. Wir schauen nach den Fliegen, achten auf Rutenlängen und Schnurtypen, und übersehen leicht das, was ja auch fast unsichtbar sein soll, das Vorfach. Farbloses … Vorfach-Wissenschaft weiterlesen

„Witch“ vs. „Red Tag“

Can’t you see the “Witch” by my side? Oder doch lieber „Red Tag“? Es gibt kaum einen Text über die „Red Tag“, der nicht aus „A Dictionary of Trout Flies“ zitiert und als Erfinder Martyn Flynn aus Worchestershire und das Jahr 1850 nennt. Ach, hoppla, jetzt ist mir das auch passiert. Die „Red Tag“ ist also, wie so oft behauptet, kein Nordmuster, kein Grenzmuster. Worchestershire liegt in der Mitte von England und war und ist nicht für Forellen berühmt. Sucht man dort heute „game fishing rivers“ kommt „no results“. Das war natürlich 1850 deutlich besser, und es gab Forellen und … „Witch“ vs. „Red Tag“ weiterlesen

„A Dabbler and a half“

Man kann es nur mit Guinness vergleichen. Mehr ist immer besser. Ein hübsches Fundament winden und ein paar Fasanenfibern als Schwanz einbinden. Dünnes Ovalsilber und breites Flachsilber gleich mit fixieren. Einen Körper mir Dubbing, hier „claret“, wickeln und mit dem Flachsilber rippen. Meine geplante Reise zu den irischen Maifliegen, die dann hoffentlich zu guten Bekanntschaften mit irischen Bachforellen führt, nimmt langsam Gestalt an. Ich kenne mein Ziel, mein Hotel, habe einen Ghillie für fünf Tage und ein Boot für die Abende. Die Flüge habe ich noch nicht gebucht, weil ich auf einen Tag Verlängerung hoffe oder aber einen Besichtigungstag in … „A Dabbler and a half“ weiterlesen

Dun ist Dun ist Dun?

Ein Versuch des Unmöglichen. Wenn ich einkaufe, gehe ich wo rein, nehme mir eine Sache vom Ständer, stelle mich an der Kasse an, bezahle und geh‘ wieder raus. So jedenfalls vor Corona. Der ganze Vorgang hat sich mehr und mehr auf das Internet verlegt, weil ich den Satz: Das kann ich Ihnen bestellen! nicht mehr hören kann. Ja, klar, kann ich auch. Frauen shoppen ganz anders. Sie nehmen Nuancen, Strukturen, Anmutungen wahr, die mir in meiner schwarzweißen Hellblauwelt entgehen. Als Fliegenbinder muss man sich darum bemühen, bei Klamotten und Gewürzen und Nahrungsmitteln sensibler zu werden, um auch einen Blick für … Dun ist Dun ist Dun? weiterlesen

Grey Duster – Trockenfliege des Monats 1

In Dänemark auch bekannt als „Parachuting Badger“. Eine Signaturfliege von Jacobsen. Die alte Form (Jacobsen in Overfield): Einen Trockenhaken der Größe 16 bis 18 einspannen und mit einem Fundament aus brauner Bindeseide versehen. Die hinteren zwei Drittel der Fliege dubben. Die „Grey Duster“ ist vermutlich die Fliege, mit der mir der größte Erfolg vor Publikum gelang. Ich hatte die Bindeweise von Preben Torp Jacobsen gelernt, der auf seinen Reisen quer durch Europa gern in Göttingen vorbei kam. Wenn er die Strecke von Hvilsom nach Göttingen erst einmal geschafft hatte, begann er seinen Besuch eigentlich immer mit einem Mittagsschlaf. Er beherrschte … Grey Duster – Trockenfliege des Monats 1 weiterlesen