Die Numidiesfeder

Auf der Spur einer berühmten Feder. Die erste Ausgabe des „Repertoire des mouches artificielles Francais“, 1975 von Jean-Paul Pequegnot herausgegeben, wurde in einer Auflage von 2500 Stück gedruckt. Ich habe Nummer 1854. Auf Seite 13 findet man die Bindeanleitung zur „Altiere“, mit dem immer wieder gern auf einen Sockel erhobenen Bindematerial „plume d’oiseau de Numidie“. In deutschsprachigen Bindeanleitungen verfestigte sich der Begriff „Numidiesfeder“, vermutlich u.a. von Norbert Eipeltauer gepägt, und die Feder war schon sagenumwoben, als ich noch ein junger Fischer war. Pequegnot führt weiter aus, dass die Federn vom Helmperlhuhn (Numida meleagris) sehr teuer sein können und dass man … Die Numidiesfeder weiterlesen

Griffpresse

Es hat sich ja bewährt Ross und Reiter zu nennen, und darum möchte ich damit beginnen, Anapam10 und die Filmreihe „Hacer Cana de Bambu“ auf Youtube zu loben. Ich verstehe zwar kaum ein Wort von dem, was dort gesprochen wird, aber die Vorgänge und Werkzeuge erklären sich einem Rutenbauer auch so. Obwohl ich mich ja auch schon lange mit der Materie beschäftige, hat mich die Herstellung von Gespließten zunächst mit Elan begeistert und ist dann in sehr ruhige Bahnen geraten. Ich war auch schon versucht meine Werkzeuge zu verkaufen, aber es glimmt noch zu sehr in mir, als dass das … Griffpresse weiterlesen

Mouches a saumon – Ingo Karwaths Fliegenlexikon Nr. 11

Die Kunst der subtilen Verführung kann nicht länger ein Geheimnis bleiben. Meine ehemalige Schule verstand sich nicht nur als humanistisches Gymnasium, sie war es auch wirklich. In gewisser Weise war es auch eine humoristische Anstalt, denn sie hat immerhin mich toleriert und ohne Ehrenrunde mit dem Zeugnis der Reife entlassen, was ich vermutlich einer Mischung von Glück, Zufall und guten Einfällen verdanke. Ich war ein schlechter Schüler mit überwiegend schlechten Noten und meist zwei bis drei verstreuten Einsen im Zeugnis. Bei uns konnte man Latein, Griechisch und Englisch lernen, und Französisch in der nullten Stunde von 7 Uhr bis 7.45 … Mouches a saumon – Ingo Karwaths Fliegenlexikon Nr. 11 weiterlesen

Surffilauta

Die finnische Antwort auf Robby Naish. Die finnische Lachsfliege „Surffilauta“, das Surfbrett, könnte eigentlich auch „Helikopteri“ heißen, denn natürlich dreht das Ding am Vorfach wie eine angetrunkene Leier. Eines meiner Vorurteile war darum, dass die „Surffilauta“ aus der Harling-Szene kommt, also von den Fliegenschleppern, die ohnehin nicht werfen. Dieser erste Eindruck war entstanden, weil ich gleich mit dem ersten Muster frisch aus dem Bindestock auf den Rasen gegangen bin und damit geworfen habe. Bindet man sich etwas mehr ein und bekommt ein Gefühl für den Surfbrettrücken dieser Silberfliege, und findet auch genau die richtige Menge Epoxy oder UV-Glue für Auge und … Surffilauta weiterlesen

The „Champion“

Im Mai Maifliegen binden ist zu spät. Für den Binder heißt sie Aprilfliege. Die ungeflügelte „Champion“ ist eine so sympathische Fliege, weil sie keine Flügel hat. Banal, nicht wahr. Bindet man sie nämlich nach der klassischen Anleitung mit Flügeln, hat sie das Potenzial Harry der Hubschrauber zu sein. Dann hätte sie nämlich „fan wings“ aus Hennen- oder Entendaunen , und die neigen bei minimaler Ungleichkeit dazu, die Fliege bei jedem Wurf in einen schwirrenden Propeller zu verwandeln. Hat man Daunen mit zu fester Struktur benutzt, kann man das gut hören. Nicht zuletzt darum findet man in den Fangbüchern von Halford … The „Champion“ weiterlesen

Le Broc

Ein alter Ami mit französischem Hauch für den Aprilbinder. Einen Haken 3/0 mit einem so weit wie möglich nach hinten reichenden Fundament bebinden und ein langes Bündel Bucktail einbinden. Das Bucktail vorher nicht stacken, aber unten gerade ablängen. 10 Fäden Flashabou auflegen. Auf 3 bis 4 mm fest überwinden und mit Zap-a-Gap sichern. Unbestritten gibt es bei den Franzosen so einige Dinge, die man sich zum eigenen Vorteil abschauen könnte. Ohne da jetzt zu sehr in die Einzelheiten gehen zu wollen, erwähne ich nur mal die französischen Sommerferien, in denen gefühlt halb Frankreich aufs Land oder an die Küste fährt. … Le Broc weiterlesen