Modellierballons sind ja der Hit für jeden Kindergeburtstag und haben bei Eltern, die sich pumpenlos überschätzt haben, sicher schon zu Backenkrämpfen geführt. Dass mir diese Ballons mal als Bissanzeiger begegnen würden, hätte ich nie geahnt. Die Idee ist gute 15 Jahre alt, wurde jedoch zuerst mit Wasserballons ausgeführt. Aber die junge Guide-Szene in den USA hat da mal wieder eine verbesserte Idee hervorgebracht, die fast sprachlos macht. Man kann mit so einem Ballon einen kleinen, daumennagelgroßen Luftbissanzeiger herstellen, der alle käuflichen Strike Indicator in den Schatten stellt. Preis und Praxis sprechen für den Ballon, denn er kostet nur wenige Cent und landet superweich auf der Oberfläche. Nicht zu vergleichen mit dem Splash, denn man mit anderen runden Bissanzeigern verursacht. Die Bissanzeige ist zudem viel sensibler. Pustet man ihn groß auf, hat man einen selbsttätig anschlagenden Anzeiger. Die Handhabung der Ballons verlangt einiges Geschickt, aber das ist ja für uns Fliegenbinder kein Problem.

Die Ballons kauft man in Gebinden ab 100 Stück. Die meisten Angebote laufen darauf hinaus, dass man 8 Cent für einen Ballon zahlt. Da man mehrere Bissanzeiger aus einem herstellen kann, kostet einer so um die 1 Komma irgendwas Eurocent. Das hat doch was. Man füllt eine kleine Blase stramm mit Luft und dreht sie ab. Dann setzt man einen Halben Schlag eng an den Ballon und schneidet ihn ab. Jetzt zieht man eine Schlaufe vom Vorfach durch einen Stopper und muss man nur noch den Ballon oberhalb vom Knoten in die Schlaufe stecken und den Stopper zuziehen. Fertig ist der 1-Cent-Bissanzeiger. Eine zweite Möglichkeit der Befestigung ist es, den eingedrehten Ballon selbst an das Vorfach zu knoten und dann das Ballonmaterial abzuschneiden. Danach mit dem Ballonschlauch einen Halben Schlag unterhalb vom Bissanzeiger setzen und kurz kappen. So hat man einen Stopper, der die Abwärtsbewegung im Wurf abfängt. Hat man das Ballonende verbraucht, knotet man den Schlauch einfach zu. Ab dem zweiten Ballon hat man dann eben zwei Knoten. Tut der Sache keinen Abbruch. Dies ist kein (!) verfrühter Aprilscherz, aber ich will ehrlich sagen, dass die kleinen Knoten so knapp unter dem Microballon schon eine Herausforderung sind. Man wächst mit seinen Aufgaben.
Ingo Karwath