
Eine dünne Nadel einspannen und einen rutschigen Polyfaden anlegen und spiralig zum Ende führen. Auf dem Weg drei bis fünf Elchkörper- oder beinhaare als Schwanz einbinden.
Ich war durchaus schon erwachsen und kein grüner Junge mehr, als ich mich damit lächerlich machte, die wirklich wunderbare Haarpracht einer Freundin zu loben, die dann wortlos so ein bardotblondes Haarteil von ihrem eigenen Zopf zog und sagte: Ach, Ingo! So lernte ich also dazu, dass es Haarteile wie Topper oder Lace gibt, die man dem Eigenhaar unauffällig zufügen kann. Bei mir leider nicht möglich, weil ich keinen Zopf habe. So eine blonde Mähne sieht schon gut aus, aber im Prinzip bin ich kein Anhänger irgendwelcher Verlängerungen. Das gilt auch für die Inches, die mir im Spam immer wieder angeboten werden, aber besonders eigentlich für Fliegen. Ich habe keine Fliegen mit Verlängerung in meinen Dosen. Außer ein paar Wiggle-Nymphen und Streamern. Einen verlängerten Körper auf einen Haken zu binden ist eine Erfindung aus dem 19. Jahrhundert, und so finden wir vor und bei Halford Maifliegen, die mit einer Strohkonstruktion verlängert wurden. Bill Blades machte sich im 20. Jahrhundert einen Namen mit elegant verlängerten Trockenfliegen, die einen dünnen Draht in sich trugen. Das 21. Jahrhundert bedient sich eher bei modernen Schaumstoffen, und als ein Freund mich bat, ihm ein paar „Mohicans“ zu binden, musste ich mich doch tatsächlich mal mit dem Thema beschäftigen. Ist wahrlich keine Raketenwissenschaft und schnell gelernt. Ehrlich gesagt hat der Vorgang ein wenig an einer Grundfeste gerüttelt und ich überlege zumindest, ob ich mein Vorurteil nicht aufgeben sollte. Bei Zweibeinern bin ich ja auch offen für Extensions, warum also nicht bei Sechsbeinern.

2 – 3 mm Foam so zuschneiden, dass man insgesamt etwa 8 cm hat, die sich von beidseitig von außen 5 mm auf 3 mm innen verjüngen. Die Mitte sehr vorsichtig einkerben. Den gefalteten Schaumstoff mit der Kerbe über den Schwanz legen und 2 – 3 mm hinter dem Ende mit drei Wicklungen ein erstes Segment formen.

Den Faden zwischen den Foamteilen zur Nadel führen und 3 mm nach links winden. Bei einem anderen Bindelayout nach rechts, versteht sich. Ein nächstes Segment anlegen und dann immer so weiter verfahren bis man fünf oder sechs Abschnitte gebildet hat. Hier einen Whip Finish setzen und den Faden auf 3 cm abschneiden. Wir brauchen ihn noch.

Nun nur die Elchhaare und den Polyfaden auf dem ausgewählten Haken festwinden und danach Haare und Faden abschneiden. Den Körper hinten mit UV versiegeln.


Ein weiteres Segment auf dem Haken bilden. Sieben sieht besser aus als acht, aber das ist nur mein Schmack. Den Körper wie gewünscht markern. Weitere Bindeschritten sind nun abhängig von dem gewählten Flügel oder Muster. Siehe z.B. „Mohican Mayfly“ auf youtube. Das Video mit Oliver Edwards dauert 41 Minuten und lässt sich in dieser Komplexität nicht mit Standbildern darstellen. Dies hier ist nur die Anfütterung.
Ingo Karwath