For international readers: How to optimize an old shooting basket.

Die Schlitze sind hinten mit einem breiten Streifen Tesa zugeklebt, innen mit schmalen Streifen abgedeckt, denn das Material klebt wie Gift und könnte sonst die Schnur behindern. Die Löcher haben 10 mm und sind leicht abgeflämmt.
Man kann ja bei Ikea nicht umhin zu bemerken, dass die Kunststoffprodukte wirklich sehr günstig sind. Der Mülleimer Kinnasjö kostet 3 Euro, der Papierkorb Fniss kostet 2,50, und der Korb Uppdatera nur 1,99, etwas größer dann 4,99. Nimmt man eine realistische Bruttomarge an, sagen wir 80 %, dann werden diese Produkte für 50 Cent bis 1 Euro hergestellt. Ja, und dann schauen wir mal auf die Verkaufspreise von Schusskörben, die sich weder in der Komplexität noch in der Qualität von Ikea Wannen unterscheiden. Da finden wir auf einen Blick Preise von 40 bis 90 Euro, und das teuerste Ding kostet gar 140 Euro. Sach‘ mal! Das sind Bruttomargen von mindestens 98 % aufsteigend, denn man kann wohl unterstellen, dass die chinesischen Plastikspritzer das so günstig machen können wie jedes andere Teil auch. Das ist das Tahitiperlen-Phänomen in XXL. Auf einer kleinen Insel im Meer kostet die Perle 1000, in Papeete dann 2000, in Sidney 4000, in Frankfurt 8000, und beim Juwelier zuletzt 16000. Dafür muss man nicht BWL studieren. Chuzpe reicht hin. Wir Endverbraucher sind die Vollpfosten dieser Rechnung, denn der Staat will ja auch noch 19%.

Die Aufhängung besteht aus Lederstreifen und zwei Clips. Das Salzwasser setzt natürlich dem Leder zu, aber dafür kann man die Streifen auch flott austauschen. Zwei, drei Jahre halten sie locker durch.
Einzig das Lied „Reuse, reduce, recycle“ von Jack Johnson spendet etwas Trost. Da ich bei einigen Reisen meinen Schnurkorb vergessen hatte und mir in Dänemark jeweils den günstigsten neu gekauft habe, bin ich wohl der Präsident der Vollpfosten. Aber ich fische, wenn ich ihn nicht vergesse, am liebsten meinen alten Orvis-Korb, noch schön leicht und ohne Rutenkerben, 490 Gramm, mit kleinem Tuning. Die vier Schlitze habe ich mit Tesa Ultra Power Under Water zugeklebt. So kommt erst Wasser hinein, wenn ich wirklich zu tief drin bin. Unter dem hinteren Rand habe ich zwei Löcher gebohrt und mit Lederstreifen Clip-Verschlüsse befestigt. Als Watgürtel trage ich einen Cressi Tauchergürtel, für den ich mit zwei Schlaufen genäht habe. Da clicke ich den Schnurkorb ein. So muss ich den Gurt nicht abnehmen, wenn ich am Strand sitze oder mal ohne Korb eine Stelle anwate. Tja, der Jack Johnson und ich. Reuse, reduce, recycle. Die beste aller Antworten.

Die Gegenstücke der Aufhängung sind aus Gurtband und etwas sorgsamer gearbeitet. Hier ist weniger Verschleiß zu erwarten.

Der Cressi-Gurt hat eine Superqualität und wo er einmal sitzt, da sitzt er.

Schnallt man sich den Korb um, dann steht er wegen der Aufhängung etwas schräg, hängt innen höher als außen, aber das gefällt mir. Dafür schwimmt er schön auf, wenn man Wasserkontakt hat und ist dann natürlich gerade. Wellen reitet er ab. Hat man Wasser drin, kann man ihn leicht auskippen, zumal wenn man einen Clip löst.
Ingo Karwath