Naturdubbing

Man kann ganz gut ohne Pelz leben. Aber kann man ohne Fell überhaupt binden? Haben Sie schon einmal überlegt, welchem einzelnen Material außer Stahl Sie die meisten Fische verdanken? Es gibt ein paar Anwärter auf diesen Platz, und ich nehme an, dass Pfauengras, schwarzes Floss, rote Wolle oder brauner Hahn zu den Favoriten gehören, aber wenn ich all die Jahre durchdenke, komme ich doch zu keinem eindeutigen Ergebnis. Bei den Forellen könnte es durchaus graues Dubbing sein, genauer Bisam, immer noch aus dem großzügigen Stück, das Oberstudienrat Matschke aus Göttingen mir einst schenkte. Er war in einem meiner Bindekurse – … Naturdubbing weiterlesen

„The Bump“

Einen Stinger-Haken in eine Titanschlaufe einhängen und mit GSP 100 an einem 3/0er Haken festwinden. Schon jetzt dünn Sekundenkleber auftragen. Auf dem Weg nach vorn einen Titanschenkel abkneifen, den zweiten durch das Öhr führen und nach hinten umknicken. Die dickste Tube in meinem Vorrat hat einen Innendurchmesser von 3 mm. Ich habe etliche Hechthaken, die nicht in diese Tube passen, weil ihr Öhr zu groß ist. Schiebt man hinten einen Silikonschlauch auf, die Tube ist 4,2 mm dick, ist dieser aber viel zu weit und kann den Haken nicht halten. Man müsste dem Haken eine Schulter aus Wolle anwinden, damit … „The Bump“ weiterlesen

Kapitale Nymphen – Ingo Karwaths Fliegenlexikon Nr. 9

Man könnte sie die „Panamericana-Nymphs“ nennen, denn sie fangen von Alaska bis Feuerland. Die wahre Mitte der Welt der schweren Nymphen ist vermutlich Montana, weil die großen Steinfliegen, die dort hausen, etwa Pteronarcys californica und die P. dorsata, ja bis zu vier Zentimeter lang sind. Bindet man eine Nymphe von diesem Format, enthält sie so viel Luft im Dubbing, welches auch immer, dass man jede Menge Bleidraht benötig, um damit im Madison auf Tiefe zu kommen. Ein 4er Haken mit einer doppelten Lage Bleidraht ist nicht ungewöhnlich, und man erkennt diese Nymphen an der Ecke im Wurf. Die Nymphen mit … Kapitale Nymphen – Ingo Karwaths Fliegenlexikon Nr. 9 weiterlesen

Ernie und Charles

Erinnerung an alte Zeiten. Hat man die Familenkutsche voll beladen und fährt in den Urlaub, dann steht man auf der Autobahn ja gelegentlich im Stau und hat einen etwas tieferen Einblick in die Nachbarautos. Dabei sind kleine Autos mit Studenten viel interessanter als andere Familienkutschen, und wahre Highlights solcher Begegnungen sind voll verqualmte Autos, mit süßlichem Geruch oder ohne, im Fond geigende Geiger, fünf junge Damen im Bikini, Chorgesang a la Comedian Harmonists und rhythmische Zwischenmenschlichkeit auf dem Rücksitz. Leider hat man dann als Familienvater oder auch als perfekt ausgestatteter, nach Norwegen reisender Lachsfischer den Eindruck, dass in diesen kleinen … Ernie und Charles weiterlesen

Der schwarze Doppelhase

Wenn „Kilowatt“ und „Meat Whistle“ ein Baby machen. Nein. Ja. Vielleicht. Kennen Sie diese Zettel noch, die man mit der Frage: “Willst du mit mir gehen? bekam oder vergab? Genau die drei Antworten konnte man ankreuzen. Willst du mit mir fischen, das fragt uns im Prinzip jede Fliege, von der wir ein Exemplar, ein Bild oder Video sehen. Mich sprechen Zeichnungen sehr an, weil sie reduzieren und Raum für Vorstellung lassen. Fotos finde ich auch noch gut, und Videos sind mir zu lang. Ich will nicht 16 Minuten einen Bindeprozess sehen, den ich schon verstanden hatte, als ich das Muster … Der schwarze Doppelhase weiterlesen

Milking Egg

Was ist das? Ist es noch eine Fliege oder schon ein Köder. Otter Eggs von Wapsi fühlen sich an wie Haribo Saftbärchen, sind aber aufs Gramm so teuer wie belgische Pralinen. Eine sehr effektive Methode, die gewaltigen Forellen in den Hydro Kanälen zu fangen, die man in Neuseeland gebaut hat, bedient sich eines Drop Shot Gewichts und bietet an einem Seitenarm ein Gummiei mit einem nachgehängten Haken an. Diese Gummieier sind auch bei Steelheadfischern sehr verbreitet und nehmen mehr und mehr die Position ein, die kleine „Fliegen“ aus Glow Bug Yarn oder Clown Yarn mal hatten. Das „Milking Egg“ hat … Milking Egg weiterlesen