Blonk!

In England ist es üblich zwei Forellen im Korb als Brace zu bezeichnen. Die edelste Tasche, die man dazu benutzen kann, ist die Brady Conway Wicker Creel, ein Weidenkorb mit Leinentasche. Schon viele Fliegenfischer sind darauf reingefallen so ein Ding haben zu wollen, um 600 Euro ein Luxus, und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es nicht zu meiner Fischerei passt. Ich gehe ja nicht nach Frühstück und Times ans Wasser, schaue nach Ringen, plaudere mich dann in der Hütte über den Lunch zum High Tea und fische danach den Abendsprung. Dann verschenke ich meine zwei Brace an den Keeper und gehe ins Hotel. Ne, so sehen meine Tage eher nicht aus. Ich fische drei Hardcore Schichten. Früh, tags, abends. Einen Fisch nehme ich nur dann mal mit, wenn ich im Hüttenurlaub bin, und so eine Küchenforelle muss passen wie ein Schuh. Länge und Kondition müssen mir gefallen, und ideal ist ein Fisch so kurz vor Schluss, sagen wir um 23.15 Uhr. Schon klar, Sommerurlaub, Dänemark, Frau schläft schon, Hund auch, da brauche ich was in plus 50 für zwei, und finde es gut, dann auch bald am Kühlschrank zu sein. Messen muss ich die nicht. Bin ich allein und möchte einen Steckerlfisch, dann kann messen schon mal nötig sein, denn Meerforellen können sehr rund sein, und wirken dann leicht größer, sind aber 39. Um da nicht mehr auf risikoreiche Schätzungen angewiesen zu sein, so wie neulich, habe ich nun ein Stück Maßband hinten an meinem Priest befestigt. So ist zusammen, was zusammengehört, und meine Mefo-Steckerl sind auf den Punkt legal.

Ingo Karwath