Quick Tie! Renkenfloh

Manchmal fällt einem eine Fliege auf, die einen irgendwie anspringt und die man haben muss. Der Bindestock ist die erste Hürde, und man spürt sofort, ob man das Muster wirklich haben möchte. Bindet man fünf, das ist mein Standard, drei für mich, zwei zum Vergeben, ist eine Entscheidung getroffen. Bis man dann Erfahrungen mit der Fliege gesammelt hat, wird einige Zeit vergehen, und nach ersten Eindrücken darf man schon eine Aussage machen. Viele Muster werden viel zu früh publiziert, weil Instagram solche Hürden wie Erprobung und Erfolg nicht kennt. Ob Gut Ding Weile haben muss oder eben nicht, das ist die Frage. Darum habe ich beschlossen, unter der neuen Rubrik „Quick Tie“ auch mal Fliegen zu zeigen, die ich selbst noch nicht so gründlich erprobt habe. Soviel Zeit am Wasser hat man ja gar nicht. Aber gleich in diesem Fall hier ist es ein Muster, das schon Tausende Renken gefangen hat, und es ist für eine Hegene viel zu gut, um allein dort hängen zu bleiben. Ich habe für Renkenfischer und -binder die größte Hochachtung, und es war mir dieser Tage eine Freude, endlich das Buch von Franz Egon Kleinjohann zu erbeuten, für nur 18 Euro bei Medimops. Ich kann mir durchaus einen Teil meiner Zukunft in einem Boot vorstellen. Derweil ich aber noch lieber im Fluss stehe muss ich sagen, diesen Renken-Floh brauchen wir auch. Also, ob geklaut oder geborgt, den muss man quick tie binden.

Ingo Karwath