Wenn der eigene Vater im „Green Drake Club“ Mitglied ist und Angelfreunde wie Ray Bergman und Red Wilbur hat, dann steht sein 1931 geborener Sohn schon mal gut am Start. Fran Betters lernte das Fliegenfischen und Fliegenbinden von der Pike auf, und machte es als Besitzer des Adirondack Sport Shop in Wilmington auch zu seinem Beruf. Eines seiner bekanntesten Muster ist die „Ausable Wulff“, aber noch bekannter sind vermutlich seine Haystack Muster, aus denen sich die „Phillips Usual“ entwickelte. Die „Haystack“ hatte er schon als Schüler erfunden, und sie gilt als Vorläufer der Caucci/Nastasi „Comparas“. Durch einen Zufall hatte Betters Füße von Schneehasen auf dem Tisch liegen, als er gerade Haystacks machte, und band mit dem wuscheligen Material ein paar Probemuster. In eben dem Moment kam Kunde Bill Phillips in den Raum und bekam die Fliegen zur Erprobung zugesteckt. Dies und der Rest sind Geschichte. Bill kam voll des Lobes zurück und sagte, die Fliege braucht einen Namen, und Betters nannte sie „Phillips Usual“. Seither kennt alle Welt diese Fliege, und Hasenpfoten von Schneehasen wurden eine beliebte Währung unter Fliegenfischern. Noch in den 60er Jahren waren Hasenpfoten ein völlig normaler Gegenstand, den man am Kiosk als Schlüsselanhänger mit Glücksgarantie kaufen konnte. Man benutzte sie in Laboren als Pinsel und in graphischen Büros als Radierer. Schneehase ist da etwas extravaganter. Man zahlt so um 10 Euro für eine Pfote. Aus diesem Haar lässt sich eine erstklassige Köcherfliege binden, die man ähnlich wie eine Goddard & Henry Sedge aufbaut. Eine total einfache Fliege, die ein wenig an die „Weiße Motte“ erinnert, die früher jeder Fliegenfischer bei sich hatte. Da hört man nichts mehr von. Vielleicht ist die „Snowshoe Caddis“ eine Möglichkeit, um die weiße Motte wieder ins Spiel zu bringen. Sie schwimmt unglaublich gut und ist der Variante creme prima zu sehen. Andere Farben sind aber sicher auch angeraten. Also, Sommer 2026, quick tie, könnte man schnell noch machen.

Mit G.S.P. ein Fundament winden und mit Lack fixieren. Ein Büschel Schneehasenhaare als Schwanz einbinden. Den Ratschlag die Pfote zu spalten, um besser als die Haare zu kommen, gebe ich nur unter Vorbehalt. Kann mächtig stinken.

Den Faden spalten und Schneehasenhaare als Dubbing einbringen und einen Körper aufbauen.

Jetzt den inneren Frisör rauslassen und den Körper schön stutzen. Ich lass‘ hinten so eher natur stehen, man kann aber auch quer schneiden.

Den Faden auf braun wechseln und ein paar Rehhaare als Hechel in eine Schlaufe legen und anwickeln. Schwimmt fast wie ein Korken, das Ding. Extrem empfehlenswert!
Ingo Karwath