Ist das die Lösung?

Bis man 200 Spitzen verklebt hat gehen sicher Jahre ins Land. Ist dies das endgültige Konzept?

Cyanacrylat, Sekundenkleber, hat seit seiner Erfindung in den 40er Jahren eine beachtliche Entwicklung hingelegt, wurde in Militär- und Weltraumtechnik eingesetzt, verklebte angeschossene Soldaten in Vietnam, fand den Weg in die zivile Chirurgie und ist aus dem Modellbau und auch dem Fliegenbinden nicht mehr wegzudenken. Es wird nach meiner Meinung zu oft und zu sorglos eingesetzt, wo in jedem Fall auch ein Tropfen Lack genügen würde. Aber die Tröpfchen sind ein schönes Geschäft und die Binde-Influencer arbeiten zu ihrem Vorteil kräftig an unserer weiteren Abhängigkeit. Ich arbeite dagegen. Sollte ich beantworten, ob an meinem Bindetisch mehr Sekundenkleber aktiv verarbeitet wurde oder sich passiv selbst ruinierte, müsste ich wohl Punkt zwei zugeben. Man kann auf das Zeug so gut aufpassen wie man will, irgendwann kommt es zu ungewollten Verklebungen und man schnitzt und schneidet, stochert und hofft, und wirft dann 5 von 7 Euros weg. Ich habe verschiedene Produkte erprobt und fand keine Lösung. Zap-a-gap mit dem Pinsel ist zwar nicht ideal, erscheint mir aber als die beste üble Lösung. Vergleichsweise ungefragt kamen plötzlich auch Flaschen mit einer Mikrodosierspitze auf den Markt, und ich hab‘ blöd geschaut, als ich ohne Pinsel dastand. War mein Fehler, ich hatte die Beschreibung nicht genau gelesen, weil ich die typische Flasche erkannt hatte. Diese Spitzen sind auch nicht das Gelbe vom Ei, aber man kann sie mehrmals zurückschneiden und öffnen. Man hat aber nur zwei Spitzen. Darum der Tipp, sich zusätzliche Spitzen zu besorgen. Ich habe zzt. beide Konzepte auf dem Tisch, also Pinsel und Spitze, und bin fast zufrieden damit. Die Pinselflasche machte schon Probleme, ließ sich mit einer Zange aber doch wieder öffnen. Noch unentschieden, also. Siehe auch Chemie-Unfall

Ingo Karwath