
Mirkrowirbel tragen teils über 20 Kilo und lassen sich ab AFTMA 6 problemlos werfen.
Eine der schönsten Formulierungen, die mir in letzter Zeit untergekommen ist, umschreibt einen Mikrowirbel als zwei miteinander verbundene Pitzenbauerringe. Das ist stark! Wie so viele Fliegenfischer habe ich mit Stichlingen begonnen, dann Aale, Karpfen, Schleien, Hechte befischt, danach war ich englisch unterwegs, so mit Match und Milbro und Centerpin, und zuletzt seit fünfzig Jahren folgerichtig Fliegenfischer. Ich kann Wobbler bauen und mit der Multi werfen und bin überhaupt methodenvielfältig, und denke mal meine anglerische Grundbildung ist mehr als okay. Mikrowirbel habe ich früher zum Stippen benutzt, als Verbindung zum 0,08er Vorfach. Das ist so ihr Ort. Nur ein Kollege, der gleich mit dem Fliegenfischen angefangen hat, käme auf die unschuldige Idee einen Wirbel als zwei Vorfachringe zu begreifen. Und ja, stimmt total. Und weil dem so ist, haben viele Nassschnurfischer damit begonnen, Mikrowirbel in ihre Vorfächer einzubauen. Da soll die Fliege ja auf einem Niveau mit der Schnur laufen, und darum fischt man gerne kurz. Sagen wir 50 cm 50er, 50 cm 40er, und 50 cm 30er Nylon als Tippet, und zwischen dem 40er und dem 30er ein Mikrowirbel. Zehn prächtige Mikrowirbel kosten so um die 3 Euro, 10 Vorfachringe 7 Euro. Wenn man das bedenkt, so muss man ja doch sagen, dass zwei mit einem Tönnchen verbundene Ringe, zwei!, also mit dem Tönnchen drei Metallteile, 30 Werkstücke, flotte 4 Euro günstiger sind. Die Abkocherei der Fliegenfischer bewegt sich selbst bei Kleinstteilen in unanständigen Bereichen. Edgar Pitzenbauer benutze Glieder von Silberkettchen. Nicht vergessen, dass das auch heute noch funktioniert. Und der Trick mit dem kleinen Wirbel funktioniert besonders gut, wenn man sie im Angelladen um die Ecke kauft.
Ingo Karwath